Ein Jahr nach dem Aufstieg sichert sich die 1. Herren am letzten Spieltag mit einem 1:0 gegen den Steglitzer TK den Klassenerhalt in der Oberliga.
Freitagabend, 20:15 Uhr, Sportanlage am Kölner Damm: Über 150 Zuschauerinnen und Zuschauer säumen den Platz, als die 1. Herrenmannschaft des CfL 65 Berlin zum entscheidenden Spiel der Saison aufläuft. Der Gegner: der Steglitzer TK, der direkte Konkurrent im Abstiegskampf. Die Ausgangslage ist so einfach wie brutal: Nur ein Sieg sichert den Verbleib in der Oberliga, ein Unentschieden bedeutet den Abstieg. Rund 70 nervenaufreibende Minuten später steht fest: Der CfL bleibt drin. Und der Klassenerhalt wiegt fast so schwer wie der Aufstieg selbst.
Lehrgeld im Oberhaus
Rückblick: Im Sommer 2025 hatten die CfL-Herren nach jahrelanger Arbeit den Aufstieg aus der Verbandsliga geschafft und kehrten damit erstmals seit 2009 ins Berliner Oberhaus zurück, als erste Neuköllner Herrenmannschaft seit 2011, der größte Erfolg des Teams seit dieser Zeit. Doch die Oberliga empfing die Aufsteiger unsanft. Gleich dreimal in Folge setzte es zum Saisonstart eine 1:6-Niederlage, auch wenn die Spiele deutlich enger waren, als es die Ergebnisse vermuten lassen. Es folgte reichlich Lehrgeld, und mit einer 0:7-Niederlage gegen Rotation Prenzlauer Berg verabschiedete sich der CfL mit null Punkten ins neue Jahr.
Die Aufholjagd
Doch die Mannschaft rappelte sich, nicht zuletzt dank der Neuzugänge aus der eigenen Jugend, die dem Team frischen Schwung gaben. Mit einem 2:2 gegen den Steglitzer TK, der zu diesem Zeitpunkt drei Punkte Vorsprung hatte, holte der CfL seinen ersten Zähler. Eine Woche später folgten die nächsten Punkte gegen Real von Chamisso. Plötzlich war der Klassenerhalt wieder greifbar.
Leicht wurde es trotzdem nicht. Gegen die Zweitvertretungen der Bundesligisten, die Zehlendorfer Wespen und den Berliner HC, zeigte sich einmal mehr, dass diese Teams eine andere Hausnummer sind. Doch die Mannschaft wuchs an den Niederlagen. Der Lohn: der erste Saisonsieg, ausgerechnet gegen Rotation Prenzlauer Berg. Nach der 0:7-Klatsche aus der Hinrunde dominierte der CfL das Rückspiel bei widrigstem Wetter über weite Strecken und gewann verdient mit 4:2. Damit war das Team fast punktgleich mit dem STK.
Im vorletzten Spiel, bei über 30 Grad auf dem aufgeheizten Kunstrasen am Olympiastadion, kämpfte sich der CfL gegen Real von Chamisso zu einem hart umkämpften 2:2. Zum Sieg reichte es nicht, nun war Schützenhilfe gefragt. Und die kam: Unter der Woche trennten sich Chamisso und der STK ebenfalls unentschieden. Damit hatte der CfL den Klassenerhalt am letzten Spieltag wieder in der eigenen Hand: Ein Sieg im direkten Duell musste her.
Ein Siebenmeter für die Ewigkeit
Das ursprünglich bei angekündigten 40 Grad angesetzte Finale konnte glücklicherweise auf den Freitagabend verlegt werden. Was folgte, war ein Nervenspiel. Über weite Strecken stand es 0:0, ein CfL-Treffer in der ersten Halbzeit wurde aberkannt, weiter zittern also. Doch die Unterstützung von den Rängen trug die Mannschaft: So viele Zuschauer hatte der Kölner Damm lange nicht gesehen.
Im dritten Viertel dann der erlösende Moment: Nach zahlreichen Chancen und einer Kontersituation gab es Siebenmeter für den CfL, und Colin Handschuck verwandelte eiskalt zum 1:0. Sicher war damit noch nichts, denn ein Ausgleich hätte weiterhin den Abstieg bedeutet. Der CfL drängte auf das zweite Tor, ein weiterer Siebenmeter in der Schlussphase blieb ungenutzt. Der STK warf in den letzten Minuten alles nach vorn, nahm sogar den Torwart vom Feld, doch die CfL-Abwehr hielt stand. Schlusspfiff, Jubel, Erleichterung: Der CfL 65 Berlin bleibt in der Oberliga. Die Geschichte hat dabei eine besondere Pointe: 2009 war der CfL im direkten Duell mit ebendiesem Steglitzer TK aus der Oberliga abgestiegen. 17 Jahre später drehte sich das Blatt.
Mehr als ein Klassenerhalt
Dass die Mannschaft in der Oberliga bestehen kann, ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit über viele Jahre. Trainer Alexander Kermas führte die Mannschaft auf dem Feld in die Oberliga und formte und begleitete das Team. Malte Rahders unterstützte die Mannschaft in der Hinrunde und wirkte als Co-Trainer auf dem Feld. Marcel Knakowski hat mit seiner langjährigen, starken Jugendarbeit ein Team hervorgebracht, das im Berliner Oberhaus mithalten kann. Die Jugendspieler, die in dieser Saison den Sprung in die Herrenmannschaft schafften, waren am Ende ein entscheidender Faktor.
Auf dem Platz ging Kapitän Ben Borner voran, der die Mannschaft auch in den schwierigen Phasen der Saison zusammenhielt. Und Betreuer Boris Malanowski war ein wichtiger emotionaler Faktor für die Mannschaft. Ihnen allen, den Neuzugängen aus der Jugend, den Sponsoren und nicht zuletzt den vielen Fans, die die Mannschaft die ganze Saison über und ganz besonders am letzten Spieltag getragen haben, gilt ein riesiges Dankeschön.
Für den Verein und den Neuköllner Hockeysport ist der Klassenerhalt ein Riesengewinn, und die Vorbereitungen auf die nächste Oberliga-Saison laufen bereits.
Kader: Marcel Knakowski, Jonas Krolik (TW), Ben Borner (C), Colin Handschuck, Moritz Krolik, Laurens Mecklenburg, Fabio Wolf, Jan Niklas Jäger, Fynn Hellfritz, Lukas Reeck, Pascal Vater, Dustin Lamm, Markus Muschalla, Chris Hackbart, Pascal Struth, , Finn Telschow, Tim Juliusberg (TW), Jannes Schmidt, Till Magnus Schneider, Carsten Cüppers, Kilian Staszewski, Matvej Tschistjakow, Collin Fiedler, Tim Jäger, Luis Schulte, Jacob Grunert, Julian Bours, Alexej Casjen Meyerhoff, Pierre Zander, Patrick Schlichting.
Trainer: Marcel Knakowski, Malte Rahders
Betreuer: Boris Malanowski, Kilian Staszewski, Moritz Krolik, Luis Schulte, Felix Trautzsch
Pl. | Team | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Pkt. |
4. | SG Rotation Prenzlauer Berg | 14 | 5 | 2 | 7 | 32:32 | 0 | 17 |
5. | TuS Lichterfelde 2 | 14 | 4 | 5 | 5 | 28:35 | -7 | 17 |
6. | Real von Chamisso | 14 | 3 | 5 | 6 | 21:40 | -19 | 14 |
7. | CfL 65 Berlin | 14 | 2 | 3 | 9 | 18:58 | -40 | 9 |
8. | Steglitzer TK (Abstieg) | 14 | 0 | 7 | 7 | 24:45 | -21 | 7 |













































































